Neue Wege

Schau niemals zurück. Es sei denn, Du möchtest in diese Richtung gehen.
Henry David Thoreau

Wir haben uns im Frühjahr 2021 einige Wochen Zeit genommen, um für uns erkunden wo wir nach eineinhalb Jahren Corona gelandet sind und worum es in Zukunft gehen könnte. Welche Veränderung nehmen wir wahr? Was ist anders als vorher? Welche Dynamiken und Anforderungen werden auf uns alle zukommen? Schon vor Corona war klar, dass es so nicht weitergehen kann. Die Probleme vor den wir stehen, kollektiv und persönlich, benötigen neue Herangehensweisen und daraus resultierende Lösungen. Doch sind wir – als Individuen – „fit“ genug für einen Transfer in eine neue Welt? Hier sind unsere Gedanken dazu:

Die für uns spürbarste Veränderung liegt derzeit in einer Dynamik, die wir als SCHNELLERE GANGART bezeichnen. „Bitte nicht!“, werden die meisten jetzt denken. Doch schnell bedeutet weder hektisch, noch gehetzt. Keine hohen Schwingungen in unserem Universum würden wir so bezeichnen. Licht ist enorm schnelll und nicht enorm hektisch. Warum also nicht das Potential einer „schnelleren Gangart“ für sich erobern und für das eigene Leben und zum Wohle der Mitwelt nutzen? Jede/r hat schon einmal erlebt, wie es ist „im Flow“ zu sein: Alles fügt sich und gelingt auf harmonische, mühelose Weise. Man fühlt sich gut geerdet und gleichzeitig an etwas Höheres angebunden. Die Choreografie ist effizient und makellos, das Tempo erstaunlich rasch und zügig. 

Auf der kollektiven Ebene ist es ja schon längst in Sicht: Ernsthafte Probleme wie der Klimawandel, Verteilung von Ressourcen, Arbeit, Umgang mit Kapital und Energie uvm. benötigen sehr bald rasche und gute Lösungen. Und zwar GLOBAL und für ALLE. Das Kommende benötigt Menschen, die mit einer „schnellen Gangart“ vertraut sind und den Raum der Möglichkeiten betreten können, um funktionierendes Wissen hereinzuholen.

Die Zeitqualität ist günstig, denn sie lässt uns Muster rascher erkennen und aktualisieren als bisher. Eine „schnellere Gangart“ ist auch im Sinne einer schnelleren, höheren und feineren Schwingungsfrequenz zu verstehen. Unsere feinfühligen und (hoch)sensiblen Seiten werden dadurch angeschwungen und spürbarer. All jene, die diesen Aspekten ihres Potentials bisher wenig Ausdruck geben konnten, stehen vor neuen Entfaltungsmöglichkeiten und jene, die sie weitgehend unberücksichtigt ließen, können sich in erfüllende Bereiche ihres Selbst ausdehnen.

Die schnelle Mutation – wie das Virus uns zeigt – ist nichts anderes als eine erhöhte Anpassungsfähigkeit an neue Rahmenbedingungen. Das Leben ist keine flache, ein-/ zweidimensionale Realität, wie wir es bisher glauben wollten. Es läuft nicht linear, nicht nur in eine Richtung. Die Epigenetik liefert interessante Erkenntnisse, wie es funktioniert. Die Qantenphysik ermöglicht vielversprechende Ausblicke in eine gänzlich andersartige, für uns ebenfalls neue Ordnung.

Auf der persönlichen Ebene heisst es: Ballast abwerfen! Alte traumatische Störungen, einschränkende Gedanken- und Vorstellungskonstrukte, toxische innere Dialoge und energieraubende, ineffektive Strategien. Alles was bremst, aushebelt, wegspacen oder in Widerstand gehen lässt und unnötig Kraft und Energie bindet. Jede und jeder ist aufgefordert sich dem zuzuwenden, was hilft ihre/seine persönlichen Fähigkeiten zu erweitern, um Veränderungen mitgestalten zu können. Dem eigenen Entwicklungspotential folgend, sich selbst eine aktive Teilnahme, ein Mitgehen ermöglichen und nicht mitgeschleift werden. Sind wir als Individuum dazu nicht in der Lage, werden wir auch als Kollektiv wenig Erfolg haben. Wer soll für uns die neue Welt gestalten, wenn nicht wir selbst?

Jede/jeder hat JETZT gute Chancen, sich neue Wege und Zugänge zu ihrem/seinem Potential zu erobern. Es gilt offen und berührbar zu bleiben und unsere Gaben und individuellen Fähigkeiten weiter zu entwickeln, um im Gestaltungsmodus zu bleiben. Dazu bedarf es bestimmter Eigenschaften: Präsenz und Verbundenheit, Klarheit und offene Kommunikation, Stabilität und Zentrierung, Ausdauer und Kraft, Mitgefühl und Weisheit, Demut und Respekt, Vertrauen und Zuversicht – im Prinzip all das, was uns Menschen Würde und Schönheit verleiht.

Auch das Wissen um die eigenen wahren Bedürfnisse wird immer essentieller, um gut für sich und jene, die uns anvertraut sind, sorgen zu können. Je schneller es im Aussen wird, desto mehr Ruhe und Zentrierung benötigt es im Innen. Es gilt den Fokus und das eigene innere Tempo zu halten, auch wenn es im Außen schneller wird. Dies setzt wirksame, zur jeweiligen Situation passende, Formen der Entspannung, Regeneration und Erneuerung voraus.

Noch herrscht Chaos. Viele Menschen (die wir kennen) sind überfordert, müde und ausgelaugt. Bei manchen gehört Bestürzung oder ein hohes Mass an Orientierungslosigkeit bereits zum Alltag. Es herrscht große Verunsicherung und es gibt viele Missverständnisse. In öffentlichen Räumen ist auch das zwischenmenschliche Klima tendentiell überhitzt und gereizt. Mehr Menschen als man meint, stehen am Rande ihrer Existenz und/oder einer Depression. Angesichts der Ereignisse, die für viele Menschen alles bisher Erwartbare weit übertroffen haben, sind das durchaus normale Reaktionen auf ein abnormales Ereignis.

Umso wichtiger wird es sein, dass jede/jeder einzelne erkennt, was sie/er wirklich braucht, um in ihre/seine Kraft und Zuversicht zu kommen. Es geht nicht darum weiter im Hamsterrad mitlaufen zu können, sondern mit Freude und Begeisterung in der Lage zu sein, gute und im Einklang mit einer neuen Zeitqualität entsprechende Wege für sich und das Gemeinwohl zu finden und sie gemeinsam zu gehen.

Für uns persönlich bedeutet das, einen sicheren Raum und die hellen Seiten des Kommenden im Fokus zu halten, Wissen weiterzugeben und interessierte Menschen ein Stück des Weges in eine neue Zeit zu begleiten.

Seien Sie bereit, werden Sie zu einem kompetenten, führenden und gesellschaftlich bewußten Teil des riesigen Theaters, das wir unser sich ausbreitendes Universum nennen.
Scott Nearing