Dankbarkeit Bruder David Steindl-Rast

Unsere Aufmerksamkeit auf die Haltung der Dankbarkeit zu richten, ist eine Form achtsamer spiritueller Praxis, die den Vorzug hat, dass sie sehr schnell Resultate zeigt. Wenn wir uns am Morgen vornehmen, dankbar zu sein für alles, was uns an diesem Tag begegnet, werden wir am Abend vielleicht bereits spürbar glücklicher sein. 
Bruder David Steindl-Rast

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Was ist Tantra

Was ist Tantra

Ursprünglich bezeichnet Tantra oder Tantrismus eine Strömung der indischen Philosophie. Das Tantra als spiritueller Weg ist eng verwandt mit dem klassischen Yoga und verwendet ähnliche Elemente. Ebenso wie Yoga ein rein spiritueller Weg war, bei dem Erleuchtung durch Meditation praktiziert wurde, ist das Ziel von Tantra das Erwachen des Bewusstseins. Einige Formen des heutigen Yoga (z. B. Hatha-Yoga und Kundalini-Yoga) wurzeln in den tantrischen Praktiken des 9. bis 12. Jahrhunderts.

Im Tantra wird der Körper und seine sinnlichen Wahrnehmungen als wichtiger Bestandteil der Lehren und Praktiken angesehen. Ziel ist das vollständige Gewahrsein der Ganzheit des Seins im Hier und Jetzt. Der Weg zur Erleuchtung führt dabei nicht über das Denken, sondern erfordert transformative Praktiken und aktive Übungen. Wie bei allen spirituellen Lehren gibt es auch im Tantrismus unterschiedliche Richtungen.

Im buddhistischen Tantra werden durch Meditations- und Atemübungen außergewöhnliche Fertigkeit erlangt, um einen höheren Bewusstseinszustand zu erreichen. Letztendliches Ziel der tantrischen Praxis ist die Erkenntnis dessen, was hinter allen Formen und Gestaltungen liegt. Mehr darüber…

Die Ursprünge des Hindu-Tantra liegen in den verschiedenen Einflüssen des frühen Mittelalters in Indien. Tantra bedeutet im religiösen bzw. spirituellen Kontext ein spezielles Wissensgebiet innerhalb des Hinduismus mit eigener Philosophie und eigenen rituellen Formen. Mehr darüber…

Der shivaistische Tantrismus Kaschmirs erlebte zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert seinen Höhepunkt in Kaschmir und Oddhiyana. Diese Richtung lehrt die spirituelle Entwicklung hin zum Erwachen über die Entfaltung der Sinnlichkeit und des Bewusstseins. Mehr darüber…

Die heute in Europa und den USA weit verbreitete Richtung des Neo-Tantra geht auf die Lehren des indischen Philosoph Bhagwan Shree Rajneesh (genannt „Osho“) zurück und stellt eine für westliche Menschen ungewohnte Verbindung von Spiritualität, Sinnlichkeit und Sexualität als eine moderne Form des Tantra dar. Hier finden sich Weiterentwicklungen der Theorien und Methoden Wilhelm Reichs und moderner Körpertherapien.

Daniel Odier, einer der wenigen Europäer, der in direkter Linie des shivaistischen Tantrismus Kashmirs gelehrt und eingeweiht wurde, schreibt in seinem Buch Begierde, Leidenschaft & Spiritualität – Der tantrische Weg des Erwachens: „Tantra ist im Grunde alles andere als die Suche nach hedonistischem Sex, sondern führt zur Einheit des Seins. Dieser Weg hat dank seiner unvergleichlichen Tiefe und Feinheit nichts mit jenem Warenangebot zu tun, mit dem heute der Westen im Namen von Tantra überschwemmt wird.“  Mehr darüber…